Das Wichtigste ist - wie immer - der Ton. Und der ist sehr kräftig,
sehr schnell im Aufbau und überaus homogen. Normal gespielt sehr
impulsfreudig, übersteuert mit der typischen Alnico Kompression.
Man hört sehr deutlich, wie wichtig die Linearität auch bei
Gitarrenlautsprechern ist. Nicht die Linearität einer HiFi Anlage, wohlgemerkt.
Aber in dem verhältnismäßig schmalen Frequenzband der Gitarre, da muß es schon
stimmen! Kein Mittenloch! Keine Höhen-Anhebung! Hört man einen Tone Tubby, dann
bemerkt man erst, wieviele Löcher, wieviele Verwaschungen und
wieviele kratzende Überbetonungen so ein Fabrik-Speaker eigentlich hat.
Eric Clapton, Michael Landau, Carlos Santana, ZZ Tops Billy Gibbons,
Metallicas Kirk Hammett, Jimmy Herring, Bob Wier, Sonny Landreth, Nickelback,
REM und Steve Kimock; diese Leute haben Ohren. Sehr gute sogar. Und sie benutzen
alle genau diesen Lautsprecher. Das sagt etwas...
Eignung:
Absolut nichts für Bettkanten-Gitarristen! Nichts für Alleinespieler mit
HiFi-Allüren! Auch nur bedingt etwas zum Nachäffen von
Vintage-Speaker-Sounds. Der Speaker braucht Power. Power vom Amp und Power
vom Gitarristen!
Großartig in der Gruppe, da setzt er sich durch. Großartig für aufgedrehte
Röhrenamps. Großartig für übersteuerte Sachen. Der Firmenname sagt es ja schon:
Brown-Sound. Das ist hier das Thema. Aufdrehen, losspielen und sich wohlfühlen.
Ton:
Wenn ein Lautspecher-Ton "trocken" und "kalt" wäre, dann wäre der
Ton des Brown Soun das Gegenteil davon, ja ein topischer Regenwald auf einer
Südsee-Insel...
Prosaischer beschrieben: Keine Kratzhöhen, keine übertriebenen HiFi-Presencen
und auch keine Disco-Bässe. Sondern ein wirklich runder Gitarrenton mit den
schönsten Mitten.
Wichtig ist auf jeden Fall, dass diese Art von Lautsprecher mindestens 10
Stunden eingespielt werden müssen, bevor sie ihre wahren Qualitäten zeigen
können.
Komponenten:
Die beiden wichtigsten Sachen für den Ton eines Gitarren-Lautsprechers
sind Magnet und Membrane. Über einen Alnico 32 Oz. Magnet
braucht man nicht zu schreiben. Über jeden Zweifel erhaben, jedenfalls solange
man die Schwingspulen-Symmetrie beachtet.
Die Membrane jedoch, darüber sollte man eine Zeile
verlieren. Denn die hat es in sich; eine Hemp-Cone.
Gefertigt aus Hanf ist sie zwar wesentlich teurer als die normalen
Membranen aus Karton oder Papier, aber genau die Membrane ist es, die das Signal
an die Luft und unsere Ohren weitergibt. Da ist das Beste gerade gut genug,
obwohl Hemp-Cones schwer zu verarbeiten sind (und auch deswegen in Fabriken
nicht verwendet werden). Mehr darüber auf der Technik-Seite.
Einbau:
Kinderleicht, die Einbaumaße sind genormt und entsprechen denen von
Celestion, Eminence, EVM, Jensen, usw... Alter Lautsprecher raus, Brown
Soun rein, fertig.
Preis:
Für einen normalen Alnico Zwölfer gar nicht sooo teuer, denn selbst Fabriken
mit riesigen Fertigungsmengen verlangen soviel. Für einen handgefertigten
Alnico Zwölfer der Weltklasse eine Sensation: 339,90 Euro.
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