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Stig Landström Stig Landström scheint nie zu schlafen. Der schwedische Gitarrist spielte nicht nur fast jede Nacht im Club, er übte auch noch vor dem Gig mehrere Stunden seine extrem schnelle Spielweise; Motto: "Wer rastet der rostet…" Und damit ihm über Tage nicht langweilig wurde, hatte er auch noch einen Job in der Levin Gitarren-Fabrik. Und was tat er dort wohl? Er spielte Gitarre, den lieben, langen Tag! Denn er teste jede Gitarre die dort gebaut wurde und stellte sie richtig ein. Heute ist Stig über 90 Jahre alt, spielt immer noch den ganzen Tag Gitarre, genießt als Rentner sein beachtliches Konto und lässt es sich gut gehen. Anfang 1964 hatte Landström etwas Ergonomie in seinen Alltag gebracht, lange bevor dieser Begriff überhaupt populär wurde: Er erfand eine neues Pick und nannte es seines Aussehens wegen Sharkfin, also Haifisch-Flosse. Da er so lange am Stück spielte, brauchte er ein Plektrum, das weich und dünn war um nicht so schnell zu ermüden. Er brauchte auch etwas um schnell spielen zu können, die Spitze durfte also nicht zu weit zwischen die Saiten "eintauchen" und das Ganze durfte nicht schlabbern. Dann sollte sich das Pick ja nicht drehen und musste natürlich auch noch federleicht sein… Der schwedische Vielspieler begann mit der Normalform und rundete die Spitze einfach etwas ab. Dadurch kam trotz des dünnen Materials ein kräftiger Anschlag zustande und Stig sorgte gleichzeitig dafür, dass sein Sharkfin an der "Oberfläche" blieb und sich bei schnellen Läufen nicht verheddern konnte. Dieser Effekt wurde noch dadurch unterstützt weil durch das Abrunden der Spitze das Plek insgesamt etwas kürzer wurde. Der skandinavische Speed-Gitarrist brachte dann noch die Haifisch-Flosse ins Spiel: Vorne bekam das schwedische Plektrum seine typische Flosse um sich der Daumenkuppe richtig anzuschmiegen. Und hinten, am Griffende waren die Zähne des Fisches, um ein verdrehen zu verhindern. Auch hier hatte der Mann mit den zwei Jobs ein Doppelnutzen im Sinn: Er drehte das Pick und Nutze die Flosse für schimmernde Akkorde (auf dem Steg) und die Zähne für eine Art Mandolinieneffekt. Der Rest der Sharkfin-Story ist Geschichte: Über Studiogitarristen, die ebenfalls lange ermüdungsfrei spielen mussten, kam das Haifisch-Pick zu den Stars der damaligen Zeit. Beatles, Stone, praktisch alle hatten es damals in London. Die Beach Boys kreirten einen ganz neuen Sound damit und eroberten gleichzeitig Amerika für Sharkfin. Dort kamen jede Menge Akustik-Spieler aus Folk, Country und Rock&Roll (auch Elvis) dazu und ein paar Jazz-Cats brachten Stig, den Vielspieler dazu, die bisherige Serie von thin und ultra-thin mit normaleren Stärken und vor allem mit heavy und extra-heavy zu ergänzen. Und damit wurde das Sharkfin-Pick zum erfolgreichsten neuen Plektrumsform der neueren Zeit. Diejenigen, die es zum Bestseller machten, waren genau die Leute die ebenso wie Landström ihre Brötchen mit Spielen verdienen. Und damit hatte unser Stig dann plötzlich noch mal einen Job und produzierte Picks, nicht ein paar, sondern hunderttausende! Und das hielt ihn dann aber wirklich beschäftigt bis ins Rentenalter. Um als Rentner wieder mehr Zeit für seine geliebte Gitarre zu haben, verkaufte er Sharkfin an das Ehepaar Mats und Lisbeth Andersson. Und die führen die Firma bis zum heutigen Tag weiter, genauso wie es begonnen hatte. Und selbstverständlich auch nebenbei. Denn Er ist ein vielbeschäftigter Bootsbauer und Sie städtische Hebamme mit vielen Überstunden. Und damit es nicht langweilig wird, stellt man in den langen schwedischen Winternächten eben Picks her…
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