Der "Sick Pitch King" Ring-Modulator der Noise Musiker von LastGasp ist
wirklich nichts für Weicheier: Jede Harmonie wird von Grund auf zerstört und
kommt als metallisch klingendes, roboterartige Wesen aus dem elektronischen
Paralleluniversum wieder zurück. Ein eingebauter Oszillator erzeugt Töne, die im
Ring-Modulator mit den Gitarrensignal zu einem neuen Klang verarbeitet werden.
Der Modulator lässt die Singale der Gitarre und des Oszillators verschwinden,
dafür entstehen zwei vollkommen neue Töne, die mit dem Gitarrensignal nicht
zwingenderweise harmonieren. Das Prinzip des Ring Modulators ist klar: Aus zwei
Tönen werden zwei andere gemacht: Die Summe und die Differenz aus den beiden
Frequenzen.
Es gibt jedoch zwei Möglichkeiten, etwas Harmonie wieder zurückzubringen:
Über einen zweiten Ausgang kann man (am Amp) das Direktsignal dem modulierten
Signal wieder beimischen. Und man kann statt des harten Oszillators über einen
speziellen Eingang (Carrier) ein beliebiges Signal irgend eines Instrumentes
eines Mitmusikers zur Modulation verwenden.
Sound:
Alle Arten von metallischen Klängen sind möglich. Glockenartige Sachen, Gongs
oder Weckergeräusche. Mischt man den Originalton dazu, so entsteht unter anderem
der legendäre "Vibration-Sound of a Speaker Cabinet", ein echter Klassiker.
Überhaupt wird durch das Mischen ebenso wie durch die Eingänge für ein CV Pedal
und für einen zweiten Sound die Palette fast endlos. Bei Akkordspiel passieren
derart komplexe Modulationen, dass man stark in Richtung Klangmalerei geleitet
wird. Bei Einzeltönen ist eine durchaus noch nachvollziehbare Harmoniestruktur
vorhanden.
Ton:
Trotz seines wirklich wilden Sounds ist das Pedal technisch hervorragend.
Breiter Frequenzverlauf und Nebengeräuscharmut zeichnen den "Sick Pitch King"
aus. Beherrscht man das Pedal, lassen sich kräftige, fette und durchsetzende
Klangfarben malen.
Eignung:
Für Studio und Bühne. Eine Gefahr besteht: Der Musiker muss wirklich das
Pedal beherrschen, sonst beherrscht es den Musiker. Ein bischen Löwenbändiger
muss man schon sein. Egal wie der "kranke Tonhöhenkönig" auch eingestellt ist,
kreativ und neu ist er immer. Preis:
Nicht billig: 419,90 Euro. Der King hat es jedoch Wert.
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