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Nichts ist los; dort wo mal der legendäre Westen war. Ein paar Indianer, ein
paar Mexikaner; viel Wind, Pferde und noch mehr Hitze. Dort, wo der wilde
Westen am staubigsten ist und wo losgerissene, vertrocknete Tumbleweed-Büsche
über die Straßen rollen, muss man auf einen Feldweg abbiegen, um zu einem der
berühmtesten Gräber Amerikas zu gelangen: Neben etwa zwei Dutzend anderen Toten
liegt auf dem kleinen Friedhof Billy the Kid begraben.
Hier am Rio Pecos soll der berüchtigte Pistolero zusammen mit zwei seiner
Bandenmitglieder ruhen: Charlie Bowdre und Tom O'Folliard, die beide ebenfalls
von dem Mann erschossen wurden, der Billy in der Nacht des 14. Juli 1881 zur
Strecke brachte - der Marshall Pat Garrett, ein ehemals guter Freund des Kids.
Die Geschichte des Revolverhelden kennt die ganze Welt, sie ist mehr
als oft erzählt worden, am akkuratesten vom Westernregisseur Sam Peckinpah, in dessen Film "Pat Garrett jagt Billy the
Kid" den Tiefpunkt seiner Karriere hat. Kokain, Alk, Speed... Von Produzenten
wird der Film zu Tode geschnitten, die Aussage verändert, die Logik ignoriert,
die Spannung genommen. Vom Cutter des Films wurde dann in den 90ern eine
Neufassung des Films geschnitten, die Peckinpahs ursprünglicher Intention nahe
kommt. Berühmt ist die Szene, in der sich Slim Pickens zum Sterben an den Fluss
legt und Bob Dylan, der im Film die Rolle des Alias spielt, sein
"Knocking on heaven's door" vor sich hin singt.
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Eigentlich weiss man nicht viel, außer Legenden. Selbst sein Nachname ist nicht ganz klar. Er war verschlagen und vorlaut,
oft aber auch großzügig und parlierte sowohl Englisch wie auch Spanisch.
Sein 1873er und sein Revolver waren pingelig gepflegt, der Rest des Kartenhais,
Revolverhelden, Eisenbahn-Räubers, Viehdiebs, Banditen und Killers eher
schlampig. Billy war recht musikalisch und spielte spanische Gitarre im
mexikanischen Stil. Er trug immer einen schwarzen Sombrero - der auch irgendwie
Ähnlichkeit mit einem Zylinder-Hut hatte - und sein unschuldig dreinschauendes,
kindliches Gesicht wirkte durch zwei frech hervorstehende Vorderzähne und
den abstehenden Ohren schon fast drollig.
Billy war immer auf Achse, er konnte jedoch fatalerweise nie weit weg vom Rio
Pecos. Irgendwie war er an den Fluss gebunden, was schließlich auch zu seinem
Tod führte:
An jenem Mittwochabend im Juli 1881 schlich sich Billy im Schutze der
Dunkelheit nach Fort Sumner zu Celsa Gutiérrez, einer mexikanischen
Prostituierten, die seit langem seine Geliebte war. Nach dem Sex hungrig
geworden, ging er hinüber ins Haus seines Freundes Pete Maxwell, um sich dort
ein Stück Fleisch zu holen. Dort lauerte schon im Dunkeln Garrett, der ohne
Vorwarnung zwei Schüsse abfeuert. Sie trafen Billy ins Herz. Eine Pistole
ist bei seiner Leiche nie gefunden worden.
Manche sagen Billy wäre mit Pat Garrett befreundet gewesen, bevor
die Männer sich auf verschiedenen Seiten des Gesetzes wieder trafen. Beide
kannten sich, seit Garrett eine Bar in Fort Sumner am Rio Pecos hatte. Gegen
irgendeine Art von "Freundschaft" spricht aber die Tatsache, dass Garrett nicht
nur Billy ohne Vorwarnung erschoss, sondern vor ihm schon Bowdre und O'Folliard
- die er für Billy hielt - nur um die Belohnung zu kassieren.
Rasch verbreitete sich die Legende, Pat Garrett habe seinen Kumpel heimlich
entkommen lassen und stattdessen die Leiche eines Fremden präsentiert. Diesen
Mythos machten sich noch Jahrzehnte später zwei falsche "Billys" zu
Nutze. Mache wiederum behaupten auch dass seine die Gebeine auf dem
Grab gespült und mit vielen anderen Knochen vermischt wurden, als der Pecos 1904
über seine Ufer trat.
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Man nannte Billy später auch "The Left Handed Gun". Dieses Missverständnis
beruht darauf, dass die einzige authentische Fotografie (sein Steckbrief) Billys
lange Zeit verkehrt abgedruckt wurde: Darauf hielt er in der Rechten eine
Winchester 73 und hatte links seinen Revolver am Gürtel. Doch irgendwann
bemerkte einer, dass die Winchester ihre Ladekammer auf der falschen Seite hatte
- der Beweis, dass das Bild spiegelverkehrt war.
Billy tötete "offiziell" 21 Männer. Geradezu komisch ist die Geschichte mit
einem gewissen Texas Joe Grant, der in einem Saloon damit prahlte, er werde
Billy töten - ohne zu wissen, dass dieser gegenüber saß. Kid ließ sich Grants
Revolver zeigen, manipulierte ihn so, dass die Patronenkammer beim nächsten
Schuss leer sein würde, gab dem Narren seine Waffe zurück und stellte sich dann
vor. Grant wollte Billy erschießen, aber wie erwartet klickte der Revolver nur.
Daraufhin schoss Billy seinen Widersacher genüsslich aus nächster Nähe in den
Kopf.
Man erzählt sich, dass am ausgetrockneten Pecos-Ufer
manchmal ein heißer Wüsten-Wind in der Mittagssonne weht und dass dann ein
kleiner Sand-Kobolt mit einem komischen schwarzen Hut und Nagezähnen wie ein
Spring-Teufel hüpft, sich wie irrsinnig im Wind dreht und dann wieder vom
großen Nichts verschluckt wird.
Billy
Playin' around with some sweet senorita Into her dark hallway she will
lead ya In some lonesome shadows she will greet ya Billy, you're so far
away from home.
They say that Pat Garrett's got your number So sleep with one eye open
when you slumber Every little sound just might be thunder Thunder from
the barrel of his gun.
Guitars will play your grand finale Down in some Tularosa alley Maybe
in the Rio Pecos valley Billy, you're so far away from home.
Bob Dylan
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Gut, wir könnten jetzt noch einige Zeit weitermachen, aber eigentlich wollen
wir ja auch über Lederzeug reden. Leder nicht für Pferde, wohl aber für
Gitarren. Und das gibt es hier:
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