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Das ist das schöne an einem Spezialisten: Der Mann hat so viel Erfahrung, daß er Probleme löst, die große Hersteller noch gar nicht bemerkt haben. Und Alternativen schafft, wo vorher langweilige Einheitslösungen vorherrschten. Natürlich alles in Massiv-Nickel, durch und durch. Richard Rider stellt seine Saiten in handwerklicher Fertigung her. Jede
einzelne Saite wird mehrfach geprüft. Jede Saite wird erst dann gefertigt, wenn
eine Bestellung vorliegt. Nichts geht über Großhändler oder Exporteure, nichts
wird zwischengelagert, so ist Korrosion ziemlich
ausgeschlossen. Jeder, der eine alte Fender spielt, bei der alle Saiten gleich laut sind, soll sich melden! Fehlanzeige. Ist auch kein Wunder. Zum einen spielten unsere Väter dickere Saiten, zum zweiten waren sie geschliffen. Am wichtigsten jedoch: Die Tonabnehmer von Teles, Strats (und anderen Gitarren, die vor 1970 entwickelt wurden), sind für umsponnene G-Saiten ausgelegt. Nimmt man einen modernen, dünnen Satz mit unumsponnener G, so ist die Lautstärke der Saiten total unterschiedlich. Rider verändert bei diesem Satz die Särken so, daß damit die Eigenheiten der Tonabnehmer ausgeglichen werden.
Wir reden hier nicht über dropped tuning, denn das ist etwas ganz anderes. Bei den dropped tunings werden alle Saiten niederer gestimmt! Hier geht es um die Dopped-D-Tuning. Man stimmt ganz normal, lediglich die tiefe E wird auf D heruntergestimmt, um einen richtig fetten Grund-Power-Cord (D-A-D) zu bekommen. Und kommt trotzdem sehr schnell wieder auf eine völlig normale Stimmung zurück... Dummerweise geht das nur auf der Akustischen gut. Bei der E-Gitarre klingt es meist furchtbar unausgeglichen. Entweder ist die tiefe Saite zu schlabberig oder die A-Saite viel zu leise. Rider verändert bei diesem 10 1/2er Satz die Särken so, daß sinnvoll das tiefe E auf D gestimmt werden kann. Herunter gestimmt oder nicht, es klingt immer ausgeglichen. Und man hat Power ohne Ende! Auch wenn man die E-Saite überhaupt nie runterstimmt!
Man erzählt sich, daß ursprünglich Pete Townsend auf diese Zusammenstellung gekommen ist, indem er Jazz-Gitarren-Saiten mit einem Tenor-Banjo-Satz vermischte. Grandios für seine Windmühlen-Technik. Er zeigte die Mischkulanz George Harrison, der wiederum Peter Green und Eric C. darauf ansetzte. Und dann hatte die ganze Stadt davon Wind bekommen. Oft wurde auch auf Es oder D heruntergestimmt. Die ganze Sache fiel jedoch in einen Dornöschen-Schlaf, weil massive Nickel-Saiten ausstarben. Rider bringt diesen 11er Satz genau so wieder raus, wie er damals in ganz London verwendet wurde. Bitte vorsichtig und stufenweise die Umsponnenen hochstimmen...
Zwei ganze besondere Probleme ergeben sich beim Sliden: Zum einen sind die dünnen Saiten zu schwach und man holpert deswegen dauernd auf den Bünden rum. Zum anderen wiederum darf die G-Saite ja nicht umsponnen sein! Die Stärken sind verwegen, machen aber trotzdem Sinn, wenn man sich vor Augen hält, dass das Instrument meist auf D-Dur oder G-Dur gestimmt ist. Vorsicht jedoch beim Stimmen der "dünnen" Saiten. Da braucht man schon etwas Erfahrung und Fingerspitzen-Gefühl. Eine Weltneuheit, ein Satz, optimiert auf Slides und Bottle-Neck. Ideal auch für die Extension Nut! Dieser Satz ist auch gut für Lap-Steel Spieler, die es etwas lockerer mögen als der Dobro/Lap-Satz unten...
Das Stiefkind sind die Resonator-Instrumente, besonders die, die elektrisch verstärkt werden. Sowohl für die Normalstimmung, speziell jedoch für die Dobro-Stimmung (G B/H D G B/H D) ideal. Ebenso ideal auch für Lap-Steels. Für diese Instrumente gilt nämlich genau dasselbe.. Die Stärken sind nicht unbedingt für normale Gitarren. Bei Lap- oder Resonator-Gitarren, die ja dafür gebaut wurden, (mit und ohne Squareneck) ist es problemlos. Vorsicht jedoch beim Stimmen. Eine echte Neuheit, dieser Dobro Satz.
Unten rum soll es schon recht "tight" sein. Aber oben will man seine Solos spielen. Stressfrei Saiten ziehen können. Da helfen keine 011er. Die Stärken sind völlig problemlos für alle normalen Gitarren zu verwenden. Auch für Anfänger ohne Schwierigkeiten zu beherrschen. Voll im Ton, viel Volumen, herrliche Billanzen.
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