Test Richard Rider Premium Saiten


  • Gitarre & Bass
  • Januar 2003
  • von Heinz Rebellius
  • Mit freundlicher Genehmigung des MM Musik Media Verlages

Neben einigen großen Saitenherstellern gibt es auch im Saiten-Business noch ein paar kleine Manufakturen. Was kann eine kleine Firma, was eine große nicht kann? Ok - Saiten wie die von Richard Rider werden per Hand gewickelt, aber ist diese Methode wirklich besser als die von Computer gesteuerten Maschinen? Rider selbst sagt, dass der große Unterschied eines kleinen zu einem großen Hersteller in der Tatsache liegt, dass er persönlich sowohl das gelieferte Material als auch jede fertig gestellte Saite kontrolliert und bei den geringsten Abweichungen von der geforderten Norm aussortiert.

Zum anderen achtet er darauf, dass er keine Saiten auf Vorrat herstellt, sondern nur konkrete Bestellungen bearbeitet. Denn der natürliche Feind jeder Saite sei das Altern - jeder Tag im Lager gehe einer Saite an die Nieren. (Gibson hat mit ihren vakuumverschweißten Packungen anscheinend einen Weg gefunden, sich diesem Problem erfolgreich zu stellen).

Nun gut, weg mit der Theorie und die Drähte auf die Strat gespannt. Erst einmal fühlen sich die Rider-Saiten etwas steifer als die Saiten an, die ich sonst verwende. Für die G-Saite benutze ich die beiliegende nicht umsponnene, da ich auch gerne Slide spiele. Alternativ - und das ist ungewöhnlich - liegt dem Premium-Satz eine umsponnene G-Saite bei, die zwar einen satteren Ton entwickelt, dafür aber etwas schwerer zu ziehen ist. Die 1 € günstigere Standard-Ausführung kommt mit nur einer G-Saite, der glatten.

Was sofort auffällt, ist die klangliche Ausgewogenheit dieser Saiten. Die D-Saite ist endlich nicht mehr zu leise, die H-Saite nicht zu laut - alles passt zueinander, und kein Frequenzbereich wird überbetont. Die Gitarre wirkt zudem auf mich, als ob sie tiefer gestimmt sei - ihr Klang ist deutlich voller und satter, als ich es gewohnt bin, dazu mit voll ausgeprägtem Obertonspektrum und langem, ebenmäßigem Sustain.

Dies alles mag daran liegen, dass Richard Rider reines, massives Nickel verwendet - und kein vernickeltes Eisen. Dadurch klingt die Saite nicht nur nach mehr, sondern sie ist zudem deutlich länger klar und brillant als meine üblichen Saiten.

Interessant - diese Rider-Saiten sind absolut antestwert!

Rider-Saiten gibt es in den Ausführungen Standard und Premium (mit zwei G-Saiten) in den Stärken .009-.042, .0095-.044, .009-.046 und .010-.046. Nur Premium: .011-.046, .012-.056, .013-.063, sowie spezielle Sätze für "dropped tuning" (D-, C- und B-Tuning).

Heinz Rebellius




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