Der Real Tube Distortion ist nicht weniger vielseitig als sein Verwandter,
der Real Drive. Er ist aber eher in härteren musikalischen Gefilden zu Hause,
angefangen bei Bluesrock bis hin zu härtestem Hardrock.
Einstellungen:
Drei Regler gibt es: "Volume" und "Gain" regeln die Lautstärke
und die Intensivität der Verzerrung, "Filter" arbeitet als sehr
effizienter Tonregler, mit dem man das Pedal optimal an Verstärker und
Gitarre anpassen kann.
Ton:
Bei wenig Gain passiert zunächst mal nicht viel, ausser das das Signal
angenehm und deutlich wärmer aus den Lautsprechern erklingt. Dreht man Gain auf,
wird schnell klar, wo der Hase im Pfeffer begraben ist: Der Ton singt,
bleibt lange stehen und kippt wunderbar harmonisch um. Selbst der
Bridge-Tonabnehmer einer Telecaster klingt wunderbar "cremig" (in Ermangelung
einer besseren Beschreibung), ohne dabei jedoch seinen Charakter zu
verlieren.
Das alles nimmt mit wachsender Gain-Einstellung sogar noch zu, bis man
schließlich schon fast fuzzige Territorien zu erreichen glaubt. Gleichzeitig
verliert der Ton nie seine Präsenz und Durchschlagskraft, der "Filter"-Regler
tut dazu sein Übriges.
Die Super-Röhre bringt die ganze Sache in eine höhere Liga! Nichts
schreit oder quäkt, wiewohl dieses Pedal durchaus aggressiv sein kann.
Anwendung:
Lautstärkereserven hat der Real Tube nach oben auch zweifelsfrei mehr als
genug. Wer mag, kann ihn also als Boost für Soli verwenden. Man kann ihn aber
auch die ganze Zeit angeschaltet lassen, den Raum nach oben in der Lautstärke
dazu benutzen, den Amp leicht anzupusten, mit dem Gainregler noch etwas
Schmalz dazu geben und mit dem Volumenpoti an der Gitarre die
Zerr-Intensivität regeln.
Stromversorgung:
Der Real Tube Distortion arbeitet mit einem eigenen Netzgerät, das im Preis
inbegriffen ist.
Preis:
299,90 Euro. Das mag erst teuer erscheinen. Überlegt man aber genauer, dann
haut alles hin. Röhren sind eine andere Welt, und da ist einiges an
Know-How nötig, um sowas überhaupt bauen zu können. Und viele Geräte dieser
Art gibt's auch nicht...
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