Überlegen wir uns deswegen die Knopf-Sache mal
logisch:
Die Geschichte, dass sich Django Hosenknöpfe als Ersatz für
seine Plektren abschnitt, ist wenig glaubhaft. Der überaus elegante Mann achtete
sehr genau auf sein Äußeres. Hätte er Hosenträger- oder Hosenfallen-Knöpfe
abgeschnitten, wäre er damals höchstens im Gefängnis gelandet. Auch eine
halb-offene Jacke hätte den Patron bewogen, ihn nach Hause zu schicken. Sieht
man sich in einem Museum mal die Knöpfe der damaligen Zeit an,
wird klar, dass man damit eh nicht spielen kann. Viel zu klein und
knubbelig.
Und deswegen eben Mutmaßungen. Die landläufige Version der "Knopf-Picks"
von Django sind riesige Dinger, wie sie in der Damenbekleidung
zu finden sind. Die sind dann gespitzt und geschliffen und irgendwie auf die
Form eines Plektrons in Normal- oder in Jazz-Form gebracht. Hmmm. In der
Zeit, die er zur Bearbeitung gebraucht hätte, wäre er auch im Musikladen
gewesen. Django hatte zwar verschiedene Talente; ein
Feinmechaniker jedoch war er ganz bestimmt nicht. Und man
versuche mal, einer Dame einen Knopf abzuschneiden...
Apropos fein: Er hatte ein sehr feines Gefühl in den Händen.
Die Masse der damaligen Knöpfen waren meist aus lackiertem Holz,
Hirsch-Geweih, Kuh-Horn usw. Mit diesen Materialien hätte er schlichtweg
nicht spielen können. Er brauchte das harte, aber zelluloidartige Material, aus
dem auch seine normalen Picks waren. Sehr populär zur damaligen Zeit in
Frankreich. Zufällig auch das Hauptland der Bekleidungsindustrie.
Und da gab es einen Hersteller, der Knöpfe aus genau dem Material machte.
Viele Millionen. Im angesagten Schildpatt-Design. Verwendet hauptsächlich für
Mäntel!
Und damit bekommt das Abschneiden auch einen Sinn:
- Auf der Bühne trug er keinen Mantel!
- Und ein Mantel hat viele versteckte Knöpfe in der Geh-Falte, zum Kragen
hochknöpfen, usw... Ein Knopf weniger stört da nicht.
- Und ein normaler Mantel-Knopf hat genau die richtige Größe! Man
kann damit spielen, ohne zu feilen!
- Die Farbe. Sie sieht sehr, sehr gut aus. Django hat dafür Sinn.
Er war ja auch Maler.
Das war's.
Der Rest war einfach: Peter war sowieso schon länger in das Material
verliebt. Anhand von Photos konnten wir Größe und Knopf-Typ
feststellen lassen. Und eine Knopf-Fabrik fand sich auch. Sogar mit
vernünftigen Preisen, trotz unserer geringen Mengen. Wir
lassen die Sache dann noch bei einem guten Hersteller
nacharbeiten, so dass man den Knopf nicht mal mehr "einspielen"
braucht.
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