 In Marseille wird nicht nur eine hervorragende Fischsuppe, die Bouillabaisse, gekocht, hier schmiedet auch Jacques an immer neuen Boutique-Effektpedalen. Das Bat Fuzz ist sogar gleich zwei heftige Metal-Distortion-Verzerrer in einem! Ob das ohne Mulm gut geht? Und ob, jedenfalls bei Jacques Bat Fuzz.
Der erste Schaltkreis ist einem 70er Jahre Heavy-Metal-Marshall-Sound nach empfunden, und der zweite breitet seine unheimlichen Schwingen als Ultra-High-Gain-Distortion aus, aktiv und sehr effektiv regelbar in Bässen (Wings), Mitten (Fangs) und Höhen (Radar). Das 70er Jahre Metal-Fuzz kann nun per Mixregler entweder für sich allein eingestellt, oder stufenlos mit dem Ultra-High-Gain-Sound gemischt werden, wodurch viele interessante Klangfacetten entstehen; mit den Reglern Level, Mix und Fuzz kommen wir also auf stolze sechs Regler!
Zärtliches Overdrive ist nicht die Welt des Bat Fuzz, hier wird der Gitarrensound immer feste in die Mangel genommen, und das Schöne ist: Man kann regeln und mixen, wie man will, immer klingt es satt und auch bei vollen Akkorden harmonisch, nie jedoch matschig oder unangenehm.
Das Gerät reagiert sehr dynamisch, folgt flink der Spielweise und dem Volume-Poti der Gitarre; spürbares Rauschen erzeugt der Bat Fuzz selbst bei voll aufgedrehten Reglern jedoch nicht, super. Ob für düstere Doom-Riffs, brachiale 7-Strings-Attacken oder filigrane Flitzefinger-Orgien, dieser Ton setzt sich bestens durch und schiebt bei Bedarf enorm in den Bässen.
Erstklassige, schwere Verarbeitung, immer gut erkennbare Reglereinstellungen, und neben dem Anschluss für ein 9-Volt-Netzteil auch ein 9-Volt-Ausgang für weitere Pedale zeigen Praxisnähe und wieder einmal Jacques Genialität. Es gibt gewiss Verzerrer für weniger Geld, aber Jacques Bat Fuzz ist jeden Cent seines Preises wert.
Thomas Jeschonnek
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